Über 160 Judoka aus vier Ländern und zahlreichen Bundesländern kamen am 12. und 13. September zum Internationalen Kata-Seminar nach Hamburg. Auf den Matten des Landesleistungszentrums trafen sich Judoka aller Alters- und Leistungsstufen, um sich in verschiedenen Kata weiterzubilden, neue Impulse zu erhalten oder eine Kata von Grund auf kennenzulernen.
Vielfältiges Programm am Samstag
Am Samstag standen drei Kata auf dem Programm: die Nage no kata, die klassische Selbstverteidigung Kime no kata sowie die moderne Selbstverteidigung Kodokan goshin jutsu.
Für die Kime no kata konnte mit Sander Stammers aus den Niederlanden ein ausgewiesener Experte gewonnen werden. Der Europameister von 2014 und 2015 vermittelte den Teilnehmenden seine umfangreichen Erfahrungen und sein Wissen über die klassische Selbstverteidigung. Dabei war die Kime no kata im gesamten Landesleistungszentrum nicht nur zu sehen, sondern auch deutlich zu hören.
Die Nage no kata wurde von Magnus Jezussek, Mitglied der EJU- und DJB-Kata-Kommission, vermittelt. Mit viel Engagement und Fachwissen führte er die Judoka durch die verschiedenen Technikgruppen und sorgte für zahlreiche neue Impulse.
In der Kodokan goshin jutsu ging es ebenfalls um Selbstverteidigung – diesmal in ihrer modernen Ausprägung. Thomas Hofmann aus der Pfalz, mehrfacher Deutscher Meister, demonstrierte eindrucksvoll die vielfältigen Abwehrtechniken und gab seine Erfahrungen an die interessierten Judoka weiter.
Ruhige Bewegungen und intensive Bodentechniken am Sonntag
Am Sonntag kehrte zunächst etwas mehr Ruhe in das Landesleistungszentrum ein. Sander Stammers widmete sich der Ju no kata und zeigte ihre unterschiedlichen Facetten. Die ruhigen und kontrollierten Bewegungen standen dabei im Mittelpunkt.
Abstrakter wurde es bei der Itsutsu no kata. Sönke Schillig und Johannes Kröger, Europameister 2025 und 2026 in dieser Kata, vermittelten die anspruchsvolle Kata auf anschauliche und bildhafte Weise und machten sie für die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer greifbar.
Für deutlich mehr Dynamik sorgte die Katame no kata. Wieder war es Magnus Jezussek, der sein Wissen weitergab. Bei Halte-, Hebel- und Würgetechniken wurde intensiv gearbeitet – und so mancher Judoka kam dabei ordentlich ins Schwitzen.
Ein Seminar mit internationaler Strahlkraft
Insgesamt nahmen knapp über 160 Judoka am Internationalen Kata-Seminar teil. Neben Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus zahlreichen deutschen Bundesländern waren auch Judoka aus den Niederlanden, Dänemark und Luxemburg nach Hamburg gereist.
Damit unterstrich das Seminar einmal mehr seine internationale Bedeutung. In den frühen 1990er Jahren von Leo Kahl als erstes bundesoffenes Kata-Seminar in Deutschland ins Leben gerufen, organisiert Sönke Schillig seit 2014 die Veranstaltung in Hamburg. Jahr für Jahr wächst der Kreis der Interessierten wird zugleich internationaler.
Ein besonderer Dank gilt daher dem Organisator und seinem Team für die kontinuierliche Arbeit und die erfolgreiche Durchführung dieser Veranstaltung.
Auch hochrangige Gäste würdigten das Seminar vor Ort: Patrick Strutz, Vorstand des HJV, und Hans-Werner Friel, DJB-Ehrenratsmitglied und HJV-Ehrenvorsitzender, waren als Ehrengäste dabei und richteten positive Worte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Ein rundum gelungenes Kata-Wochenende mit viel Fachwissen, engagierten Judoka und internationalem Austausch.
Wir sind Hamburg - Wir sind Judo!